WordPress installieren. WooCommerce aktivieren. Fertig? Technisch existiert jetzt ein Shop-System. Ein verkaufsbereiter Shop ist das noch nicht.
1. Erst kommt die Struktur
Bevor Produkte eingepflegt werden, sollte klar sein, wie Besucher durch den Shop kommen. Welche Hauptkategorien gibt es? Welche Unterkategorien sind sinnvoll? Wie sieht das Menü aus? Braucht es Filter? Welche Seiten müssen zusätzlich vorhanden sein?
2. Dann das Design
Header, Navigation, Startseite, Produktkarten, Kategorie-Seiten, Produktseite, Warenkorb und Checkout müssen zusammenpassen. Dazu kommt die mobile Ansicht. Ein Layout, das am großen Monitor gut aussieht, kann auf einem Smartphone völlig auseinanderfallen.
3. Produkte sind ein eigenes Projekt
Ein Produkt besteht nicht nur aus Titel und Preis. Je nach Sortiment kommen Beschreibung, Kurzbeschreibung, SKU, Lagerbestand, Bilder, Kategorien, Schlagwörter, Attribute, Varianten, Maße, Gewicht und Versanddaten dazu.
WooCommerce unterstützt auch variable Produkte, bei denen einzelne Varianten eigene Preise, Lagerbestände und Bilder haben können. Genau diese Flexibilität macht Varianten aber aufwendiger als einfache Produkte.
4. Versand und Zahlungen müssen logisch sein
Welche Länder werden beliefert? Gibt es kostenlosen Versand ab einem bestimmten Warenwert? Unterschiedliche Versandklassen? Abholung? Bei Zahlungsarten kommen Einrichtung, Tests und oft externe Konten dazu.
5. Der Checkout muss getestet werden
Ein Shop ist erst fertig, wenn eine Bestellung wirklich durchlaufen kann. Deshalb gehören Testbestellungen dazu: Warenkorb, Gutscheine, Versandkosten, Zahlungsart, Bestell-E-Mail, Bestellstatus und mobile Darstellung.
6. SEO und Auffindbarkeit
Google muss Seiten finden und verstehen können. Dazu gehören interne Links, sinnvolle URLs, aussagekräftige Seitentitel, Inhalte, mobile Nutzbarkeit und eine saubere technische Basis. Eine Sitemap kann Suchmaschinen beim Crawlen helfen, ist aber keine Garantie dafür, dass jede URL indexiert oder gut gerankt wird.
7. Und dann kommen die Dinge, die vorher niemand eingeplant hat
- ein Plugin verträgt sich nicht mit einem anderen
- ein Produktfeed enthält unerwartete Daten
- Bilder haben unterschiedliche Formate
- Texte fehlen
- eine Versandregel funktioniert im Sonderfall nicht
- der mobile Header braucht mehr Feinschliff
Wie viel Zeit sollte man rechnen?
Für einen kleinen, klar begrenzten Shop können standardisierte Abläufe viel Zeit sparen. Bei individuellen Projekten können aus wenigen Stunden schnell mehrere Arbeitstage werden. Entscheidend sind Produktmenge, Datenqualität, Sonderwünsche und der Zustand der vorhandenen Technik.
Nur einen Teil davon abgeben?
Genau dafür sind die Einzelservices gedacht. Du kannst den Rest selbst machen und nur dort Hilfe buchen, wo du festhängst.
